16.05.2019 Bitkom-Statement zu geplantem Digitalisierungsgesetz des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)

  • Bitkom begrüßt Entwurf für Digitalisierungsgesetz
  • Forderung nach internationalen Standards und marktnahen Lösungen

Berlin, 16. Mai 2019 - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat seinen Entwurf für ein Digitalisierungsgesetz vorgestellt. Dazu erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

„Den vorgestellten Entwurf für ein Digitalisierungsgesetz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn begrüßen wir ausdrücklich. Seit 15 Jahren machen wir in diesem Bereich nur Trippelschritte. Es muss endlich voran gehen in Sachen Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen. Das Bundesgesundheitsministerium adressiert in dem Entwurf die wichtigen großen Themen. Dazu gehören die Aufnahme digitaler Lösungen in die Versorgung, neue Anwendungen für die elektronische Patientenakte mit echtem Mehrwert für die Versicherten und weitere verbindliche Fristen für die Anbindung der Leistungserbringer an die Telematikinfrastruktur. Auch die telemedizinische Versorgung soll weiter gefördert werden. Das schon lang nicht mehr zeitgemäße Fax soll nun endlich durch sichere digitale Kommunikationsmittel ersetzt werden. Wichtig ist bei alledem, dass wir in Deutschland keine Insellösungen entwickeln und international anschlussfähig bleiben. Hierfür sind gleichermaßen internationale Standards und marktnahe Lösungen erforderlich.“

Digitale Angebote wie die geplante elektronische Patientenakte (ePA) treffen laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage auf großes Interesse in der Bevölkerung. Fast zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) würden die ePA nutzen, beinahe ebenso viele (63 Prozent) das E-Rezept. Die Befürworter zählen bei der ePA nicht nur auf Standardfunktionen wie die Speicherung der gesamten Behandlungshistorie. Sie wünschen sich vor allem auch komfortable smarte Funktionen: 98 Prozent wollen etwa einen integrierten digitalen Impfpass, 91 Prozent haben Interesse an einem digitalen Medikationsplan mit automatischem Wechselwirkungscheck.